News

Gebäude werden digital - und Sie?

Bruno Enderli, Lehrgangsverantwortlicher Gebäudeinformatik und Energie und Umwelt

Das Gebäude als Hülle einer Vielzahl von Gewerken hat sich mittlerweile zu einem Gesamtsystem entwickelt.
Damit die Vernetzung verschiedenster Systeme gelingt, spielt Informatik in der Gebäudeplanung eine wachsende Rolle.
In diesem Bereich fehlte das richtige Ausbildungskonzept für Fachleute – bis jetzt.

image
In modernen Gebäuden werden die einzelnen Gewerke immer stärker miteinander vernetzt. Symbolbild fotolia

Bauen hat sich zu einer äusserst anspruchsvollen Aufgabe entwickelt. Die Anforderungen an Gebäude sind enorm gestiegen. Architektonische Qualitäten, Investitions- und Betriebskosten, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte sowie betriebliche Anforderungen des zukünftigen Nutzers müssen in Einklang gebracht werden. Nebst diesen traditionellen Zielen der Gebäudeplanung gewinnt  aber die Vernetzung verschiedener Gewerke und Systeme zunehmend an Bedeutung.

Mehr Flexibilität und intelligente Systeme

Unterschiedlichste Markt- und Technologietrends wirken hier als Treiber – darunter etwa die zunehmende Flexibilität in der Gebäudenutzung, aber auch die Energiewende, welche eine stärkere Vernetzung zur Optimierung der Ressourcennutzung erfordert. Eine Rolle spielt hier etwa das Netzwerk- und Energiemanagement, welches eine Optimierung und Überwachung der miteinander verbundenen Bestandteile der Energieversorgung ermöglicht.

Software löst Hardware ab

Die von einem modernen Gebäude geforderten Funktionen lassen sich nicht mehr mit der herkömmlichen starren Technik (Verbindungsprogrammierung) realisieren. Die Verbindungsprogrammierung, welche automatisierte Abläufe durch die feste Verbindung einzelner Bauelemente steuert, wird der zunehmenden Komplexität der einzelnen Gewerke längst nicht mehr gerecht. Steuerungsprozesse finden zunehmend digital statt – IP-fähige Sensoren und Aktoren in Verbindung mit leistungsfähigen Rechnern erlauben komplexe Zusammenhänge in der Gebäudeautomation digital abzubilden.

Das vereinfacht zwar – oder ermöglicht gar erst – gewisse Abläufe. Plötzlich spielt aber auch die Sicherheit und Effizienz bei den steigenden Datenmengen eine wichtiger werdende Rolle. Die verwendete Software ist entsprechend von zentraler Bedeutung. Gebäudesystemfunktionen müssen bereits in der Planungsphase bis ins Detail definiert werden. Nachträgliche Anpassungen oder Ergänzungen im Zuge der Realisierung sind nämlich mit hohen Zusatzkosten verbunden.

Es fängt schon bei der Planung an

Die bis anhin übliche gewerkorientierte Gebäudeplanung wird allen diesen Anforderungen nicht mehr gerecht. Bereits in der Planungsphase sind also Kenntnisse gefragt, die von Informatik über Haustechnik bis hin zu Kommunikation und Multimedia reichen. Diese Kenntnisse kommen weiter auch in der Phase der Realisation zum Zug.

Neue Ansätze in der Planung wie das sogenannte Building Information Modeling (BIM) oder Hilfsmittel der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung (CRB), wie die Normpositionen-Kataloge NPK-GA oder NPK-FM revolutionieren das (digitale) Bauen. Gerade im Aus- und Weiterbildungsbereich greifen hier bestehende Bildungsangebote zu kurz. Die Lehrgänge in Gebäudetechnik und Gebäudeautomation an Höheren Fachschulen tragen der Wichtigkeit der Informatik und der totalen Vernetzung bei Bauprojekten zu wenig Rechnung. Heute noch starre hierarchische Strukturen sind bereits morgen durch offene, flexiblere abgelöst. Vormals strukturierte Kommunikationsmodelle sind morgen überholt und setzen von den involvierten Fachkräften vertiefte Kenntnisse in Kommunikation und Informatik voraus.

Genau diese Lücke schliessen das neue sfb-Studium Techniker HF Gebäudeinformatik und das neue sfb-Nachdiplomstudium HF Gebäudeinformatiker/-in, indem sie der tragenden Rolle der Informatik beim Gebäudebau Rechnung tragen.

Informieren Sie sich hier über die Lehrgänge – und werden Sie zur gesuchten Fachkraft für komplexe Gebäude.

Bruno Enderli, Lehrgangsverantwortlicher Gebäudeinformatik und Energie und Umwelt