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HF Absolventen werden am seltensten arbeitslos

Dominic Notter, Leiter Entwicklung

Die Arbeitsmarktchancen von HF Absolventen sind im Vergleich zu Arbeitnehmern mit anderen Abschlüssen hervorragend.
Dies schlägt sich auch auf die Arbeitslosenquoten nieder. Doch was sind die Gründe für die hohe Arbeitsmarktfähigkeit?

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Rund zwei Drittel aller Jugendlichen in der Schweiz wählen eine Berufsbildung als Erstausbildung, wie Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigen. Mit diesem Anteil ist die Schweiz in der Berufsbildung weltweit führend. Leider ist aber der soziale Status einer Berufslehre relativ tief im Vergleich zur Matura, einem Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Daher sind Aus- und Weiterbildungen nach einer Berufsausbildung entscheidend für die Arbeitsmarktchancen von Fachkräften.

Wer nach der Grundbildung an einer Höheren Fachschule einen Abschluss macht, hat hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt. So werden Personen mit HF-Abschluss im Vergleich am seltensten arbeitslos, wie die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung des BFS zeigt (siehe Grafik 1). Etwas mehr Arbeitslose finden sich unter Fachhochschulabgängern, gefolgt von Personen mit Berufslehre und Universitäts-Absolventen.

Gefragte Kompetenzen

„Mögliche – bisher unerforschte – Gründe liegen in der ausgewiesenen Berufserfahrung von Personen mit einem Höheren Berufsbildungsabschluss. Sie verfügen über Expertise und Kompetenzen, welche am Arbeitsmarkt nachgefragt werden“, erklärt Ursula Renold* von der Konjunkturforschungsstelle KOF (ETHZ) im jüngsten Bulletin des Schweizerischen Verbandes der dipl. HF (ODEC).

Während ein Hochschul-Student in der Regel ein Vollzeitstudium macht, ist der Student einer Höheren Fachschule während seiner Weiterbildung weiterhin aktiv in den Arbeitsmarkt integriert. Dies erlaubt einen optimalen Transfer von theoretischem Wissen direkt in die Praxis. Laut Renold ist die Kombination von mehreren Lernorten (Privat, Höhere Fachschule und Betrieb) ein wirksamer Weg, um sich auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes von morgen vorzubereiten.

Softskills werden immer wichtiger

Diese Kombination von formaler Ausbildung mit dem Lernen am Arbeitsplatz führt zu einer beruflichen Handlungskompetenz, welche an Hochschulen nicht erreicht wird. Insbesondere die Softskills haben relativ zu dem Fachkompetenzen stark an Bedeutung gewonnen. „Wer über gute Softskills verfügt, der verbessert seine Arbeitsmarktfähigkeit“, so Ursula Renold. Wohl auch deshalb sei es heute für Hochschulabsolventen kaum mehr möglich eine unbefristete Stelle anzutreten, bevor sie in Praktika Softskills und Berufserfahrung erlangt hätten, hält Renold weiter fest.

Dominanz im unteren und mittleren Kader

Die aktuelle Bimax-Studie (2016) zeichnet ein ähnlich positives Bild. Bereits seit zehn Jahren befragt das Institut für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswirtschaft der FHS St. Gallen die Personalverantwortlichen der 2000 grössten Unternehmen in der Schweiz, um die Bedürfnisse und Trends in der Wirtschaft abzubilden. Demnach dominieren Absolventen von Höheren Fachschulen das Untere und Mittlere Kader von Schweizer Unternehmen. Und sie haben durchaus Chancen, sich im Top-Kader zu etablieren.

Will man seine Arbeitsmarktfähigkeit erhöhen und sich für eine Führungsposition empfehlen, ist neben der Fachkompetenz auch Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz gefragt. Und diese Kompetenzen soll man nicht theoretisch haben, sondern ausgewiesen im Arbeitsumfeld.

 

*Hinweis: Ursula Renold leitet den Bereich „Bildungssystemforschung“ an der Konjunkturforschungsstelle KOF (ETHZ). Sie ist Präsidentin des Fachhochschulrates der FHNW
und Honorarprofessorin an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim (D).

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