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Klimaschutz: Nun kommt die Ressourcenwende

Dominic Notter, Leiter Entwicklung

Weltweit sind Jugendliche und junge Erwachsene letzten Freitag, am 15. März, auf die Strassen gegangen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Der Klimastreik hat auch in der Schweiz seine Berechtigung: Wir verbrauchen zu viele Ressourcen und produzieren zu viel Abfall. Das gefährdet die Ökosysteme. Mit veränderten Denkweisen und neuen Technologien liesse sich die Situation jedoch entschärfen.

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Weltweiter Klimastreik am vergangenen Freitag. Bilder: Adobe Stock

Jeder Schweizer und jede Schweizerin produziert im Durchschnitt etwa zwei Kilogramm Siedlungsabfall pro Tag. Damit sind wir eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Rohstoffen. Das führt zu einem massiven Druck auf die Dienstleistungen unserer Ökosysteme. Unser Klima verändert sich, Trinkwasserreserven, Fischbestände und Wälder schrumpfen, fruchtbares Land wird zerstört und Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Um weiterhin gut auf unserem Planeten leben zu können, muss unser Lebensstil nachhaltiger werden. Industrie und Gesellschaft müssen ihren Ressourcenhunger bändigen.

Mehr Gold in Elektroschrott als in Goldminen

Wir sollten nicht mehr von einer Abfallwirtschaft sprechen, sondern von einer Ressourcenwirtschaft. Für Fotovoltaik-Anlagen werden teilweise Indium, Gallium, Cadmium oder Tellur verwendet, in Lithium-Ionen-Batterien findet man neben Lithium auch Kobalt und Nickel. Auch für die Herstellung elektronischer Geräte – eines Mobiltelefons oder Tablets etwa – benötigen die Hersteller 30 bis 40 verschiedene Metalle, darunter seltene Erden und kritische Metalle. 90 bis 95 Prozent dieser seltenen Erden werden in China produziert.

Ökobilanzen zeigen, dass zur Herstellung von Batterien und Brennstoffzellen in der Regel die Metalle für die grössten Umweltprobleme verantwortlich sind. Lithium wird heute aus Lithium-Ionen-Batterien von Elektroautos nicht zurückgewonnen. Im Elektroschrott ist die Goldkonzentration häufig höher als in heute betriebenen Goldminen. Wenn es möglich ist, diese Metalle in einen Materialkreislauf zu integrieren, statt sie zu verlieren, wird das Resultat der Ökobilanz schlagartig besser.

Zu wenig Recycling

Aber auch ohne den technologischen Wandel der Digitalisierung müssen wir mit unseren Rohstoffen sorgfältiger umgehen. Die Schweiz verbraucht dreimal so viel Plastik wie andere europäische Länder, rezykliert aber 30 Prozent weniger. Über 75 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Plastiks (insgesamt eine Million Tonnen) sind Einwegverpackungen. Der Anteil von 25 Prozent rezykliertem Plastik in der Schweiz ist deutlich kleiner als etwa in Norwegen und Schweden (über 40 Prozent) oder Deutschland, Tschechien, Irland und Spanien (über 35 Prozent). Hauptsächlich werden PET-Getränkeflaschen und andere hochwertige Plastikflaschen rezykliert.

Das Problem: Es gibt in der Schweiz einerseits noch kein einheitliches Plastikrecyclingsystem und andererseits zu wenig Aufbereitungsanlagen. Die Konsumenten würden ihren Beitrag wohl leisten – wie sie das auch beim PET-Recycling tun. Hier liegt die Recyclingquote bei 83 Prozent. Aber es gibt mittlerweile schweizweit auch mehr als 50ʼ000 PET-Abgabestellen.

Aus unseren Abfällen könnten wir die Rohstoffe von morgen produzieren. Es braucht dazu aber eine neue Denkweise: Wie können wir zum einen bei bestehenden Materialflüssen die Kreisläufe schliessen? Und wie können wir zum anderen mit unseren Ressourcen effizienter umgehen? Was uns dazu noch fehlt, sind die notwendigen Technologien und Prozesse. Diese müssen zuerst entwickelt werden – oder – soweit sie entwickelt sind – verbreitet zur Anwendung kommen. Wir sollten solche Themen sehr schnell angehen, denn tausende Deponien in der Schweiz beinhalten riesige Mengen an ungenutzten Rohstoffen.

Mit EcoDesign zum effizienten Lebenszyklus

Die Produktentwicklung erhält zudem ganz neue Chancen aufgrund neuer Technologien wie Nanotechnologie, additive Fertigung oder Ultraleichtbau, um nur einige zu nennen. Solche Technologien ermöglichen Quantensprünge bezüglich Ressourceneffizienz. Mit viel weniger Materialeinsatz werden gleich gute oder sogar bessere Produkte entwickelt. EcoDesign ist ein holistischer Ansatz, bei dem ein Produkt über den gesamten Lebenszyklus möglichst effizient sein soll. Gleichzeitig führt EcoDesign zu einer Minimierung von Schadstoffeinsatz, -ausstoss und Abfällen. Produktentwickler, Konstrukteure und Designer dürfen nicht nur an die Produktion denken, sondern auch an den Betrieb und natürlich ans Recycling.

Die angehenden Techniker HF Energie und Umwelt am sfb Bildungszentrum beschäftigen sich im Unterricht bereits mit solchen Themen. Erfahren Sie hier mehr über den Lehrgang.

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